Yoga auf der Insel

Reisebericht unserer Yogalehrerin Sabine

zum Yoga Urlaub auf Langeoog im Juni 2018

 

Eine kleine Auszeit – Yoga Urlaub auf Langeoog

Der Reisebericht von Sabine Schwetka zum Yoga Urlaub auf Langeoog im Juni 2018 lässt uns die Nordseeluft riechen und den Wind am Strand spüren. Sehnsucht nach dem Inselfeeling kommt auf, aber lesen Sie selbst:

 

Oh wie schön ist Langeoog

Dünenlandschaft Langeoog, Yoga Urlaub“Eine kleine Reise ist genug, um uns und die Welt zu erneuern,” sagte einmal Marcel Proust. Ihm zufolge müssen es nicht weit entfernte, exotische Reiseziele sein, um die Welt und sich selber mit einem fremden, neuen Blick zu betrachten. Es kann auch ein Ort gleich ums Eck sein wie z.B. die kleine Yogaschule in der Nachbarschaft … die Reise auf unserer Yogamatte am Mittwoch-Abend, nach der wir den Tag im Büro oder das Gespräch mit einem Freund plötzlich mit ganz anderen Augen sehen. Wenn diese Reise auch noch mit einer Insel-Auszeit auf Langeoog zusammenkommt, dann kann uns sogar das passieren, was schon dem kleinen Tiger und dem kleinen Bären aus “Oh wie schön ist Panama” widerfahren ist: das Land der Sehnsucht ist viel näher als man vielleicht glaubte.

Weite Dünenlandschaften, Hagebuttensträucher, Meer, wohin das Auge schaut, Staunen darüber, wie still es sein kann, wenn keine Motorengeräusche da sind. Eine schöne Mischung aus Ritualen und Veränderungen, die den Yoga-Aufenthalt gestalten. Eine Mischung aus vertrauten Yogateilnehmern und welchen, die zum ersten Mal dabei sind. Ebbe und Flut, das Wasser kommt und geht, der Atem kommt und geht… Das Bio-Essen weder zu süß noch zu fettig. Ich freu mich schon auf Langeoog …

 

Mit der Fähre Richtung Strand

Die Fähre fährt mich mittlerweile zum 5. Mal vom Festland auf die Insel. Ich muss an die letzte Überfahrt Anfang März denken. Die Nordsee war fast zugefroren und wir kamen nur langsam voran. Dicke Eisschollen schwammen auf dem Meer. Das helle Frühjahrslicht und die klare Luft brachten das Meer zum Leuchten. Die Aussicht auf dem Deck war überwältigend: Sind wir wirklich an der Nordsee? Der starke Ostwind kniff in unser Gesicht. Ja. Die Augen der Yogateilnehmerin Maria glänzten: “Das kann man nur glauben, wenn man es erlebt.”

Heute ist ein warmer Junimorgen und das Meer bringt die Fähre in einem gleichmäßig fliessenden Rythmus zur Insel. Am Hafen angekommen, könnte ich die kleine, bunte Bimmelbahn ins Zentrum nehmen, entscheide mich aber dafür, den Weg zu Fuß zu gehen durch einen kleinen Wald, am Bahnhof vorbei, weiter durch die kleine Fußgängerzone mit Läden, die Treibgut, Krebs, Muschelsucher, Schatztruhe oder Buddelinchen heißen. Am Ende der Fußgängerzone biege ich links ab Richtung Strandeck, unserem gemütlichen Familienhotel für diese Woche und wie der Name schon sagt, sind der Strand und die wunderbare Dünenlandschaft jetzt ganz nah. Auf dem Weg befindet sich ein kleines Kino Windlicht, das zusammen mit dem Meer ahnen lässt, dass es hinter’m Horizont weiter geht. Im Progamm sind unter anderen “3 Tage in Quiberon”, “Maria Callas”, “Jim Knopf” und ein Film über Papst Franziskus “Ein Mann seines Wortes”.

 

Zur Begrüßung Sanddorn-Limonade

Unser Yogaprogramm beginnt heute um 17 Uhr, aber erstmal ankommen, Koffer auspacken und den Strand begrüßen. An der Rezeption sitzt Frau Ott, die eigentlich eine Fräulein Ott ist, eine Amelie der Insel Langeoog, die mich herzlich willkommen heißt.

Yogagruppe Langeoog, Yoga Urlaub, Reisebericht von Sabine

Um 16 Uhr treffe ich mich mit den 9 Yogateilnehmern. Zur Begrüßung gibt es eine hauseigene Sanddorn-Limonade und wir kommen ins Plaudern. Eine kommt aus Osnabrück, die andere aus der Schweiz, eine aus Freiburg, 3 aus Münster und eine Kölnerin mit Wurzeln in Münster ist auch dabei. Eine Teilnehmerin war schon 40 Mal auf Langeoog, eine andere ist seit 30 Jahren regelmäßig da. Und alle praktizieren regelmäßig Yoga und freuen sich auf eine intensive und zugleich entspannte Yoga am Meer-Zeit.

 

Genießen – loslassen – unser Herz öffnen

Im Laufe der Woche, bei den Mahlzeiten und in den Yogastunden, kommen wir uns näher und wachsen als Gruppe zusammen. Jeder Teilnehmer bringt sein eigenes Päckchen von zuhause mit und es braucht etwas Zeit, um den zuweilen trubeligen Alltag und die Sorgen hinter sich zu lassen. Einen Rahmen bilden die Yogastunden am Morgen und frühen Abend vor den Mahlzeiten, in der Zeit dazwischen nimmt sich jeder Zeit für sich – für Strandspaziergänge, Schwimmen im Meer, Saunagänge, Massagen, für das Buch, was schon seit langen gelesen werden möchte oder Zeit, um einfach nur dazusitzen und zu schauen auf das Meer, das Wechselspiel des Lichtes, die Sonnenauf- und untergänge und dabei den warmen Sommerwind auf der Haut zu spüren. Die Yogastunden unterstützen uns darin, den Moment zu genießen, loszulassen und unser Herz zu öffnen.

Sonnenuntergang Langeoog, Strandkörbe, Yog UrlaubSabine aus der Schweiz hat herausgefunden, dass ein bekannter Krimiautor zusammen mit seiner Frau sein neues Buch “Totentanz auf dem Watt” vorstellt. Ein Teil der Gruppe entschließt sich spontan dazu, die Lesung im Bürgerhaus zu besuchen und ist begeistert. Berührt ist auch jeder von den wunderschönen Inselbildern des Malers Anselm, der wegen der Liebe zu einer Frau von Bayern nach Langeoog gezogen ist und sich dann auch in die Insel verliebt hat. Von dieser Romanze zeugen seine zärtlichen Malereien. Am Ende unserer Langeoog-Reise werden alle sagen, dass sie Anselm verstehen können, denn am liebsten würden sie mindestens noch eine Woche dranhängen…

 

Leichter und weiter zurück nach Hause

Am letzten Tag sagen wir Tschüß und Auf Wiedersehen zu der Insel und den Menschen, die uns in dieser Woche ans Herz gewachsen sind. Das Päckchen, das wir mitgebracht haben, hat sich vielleicht nicht in Nordseeluft aufgelöst und wegatmen geht auch nicht, aber alles fühlt sich irgendwie leichter und weiter an. In unseren Koffern haben wir einen Platz freigeschaufelt, um diese Veränderung mit nach Hause zu nehmen. Namaste!

 

⇒  Der nächste Yoga Traumurlaub auf Langeoog mit Sabine findet vom 11. – 15. Februar 2019 statt.

 

 

Bildnachweis: alle Fotos in diesem Beitrag – Ursula Ünkler