La Palma und seine Bananen – Lebensader und Haupteinnahmequelle

Bananen heißen auf La Palma “Plátanos” und sind Lebensader und Haupteinnahmequelle auf der Insel. Obwohl man meint, dass der Tourismus Haupteinnahmequelle ist, bringt er auf La Palma nur 18 % des Umsatzes. Ganz im Gegensatz zu den anderen kanarischen Inseln.

 

Bananenanbau seit 150 Jahren

Es sind die optimalen Witterungsbedingungen mit ergiebigen Niederschlagsmengen, die den Bananenanbau auf La Palma schon seit 150 Jahren zum absoluten Renner machen. Als ich auf die Insel kam, habe ich mich darüber gewundert, dass manche Plantagen hinter rohen Ziegelmauern mit großen Plastikbahnen überzogen sind.

Während andere Plantagen auf terrassierten Grundstücken sich schön in die Landschaft einfügen, sind die mit Plastik überzogen natürlich kein schöner Anblick. Aber unter dem Strich fallen die zahlreichen Bananenplantagen ob mit oder ohne Plastik dem Urlaubsgast sofort auf, wenn er auf der Insel ankommt.

 

Deutschland ist Weltmeister im Importieren von Bananen

Auch wenn Deutschland Weltmeister im Importieren von Bananen ist, so gelangen nur wenige kanarische Bananen in die Republik.

„Es sind die Erzeugerpreise die unsere Bananen nicht konkurrenzfähig machen. Kleine Parzellen, bedingt durch die bergigen Lagen, lassen keine maschinelle Bearbeitung im Bananenanbau zu. Auch ist z.B. auf La Palma die Regenverteilung regional sehr unterschiedlich. Im trockenen Westen muss über aufwendige Kanalsysteme das kostbare Nass erst zu den Bananenplantagen geleitet werden. Das verteuert das Endprodukt erheblich gegenüber den Bananen aus Südamerika.“ sagt mir Ronaldo, ein Bananenbauer aus der Region um Tazacorte.

Weiter meinte er:

„Die nicht sehr tief wurzelnden Bananen-Stauden werden mit riesigen Planen und Mauern vor Wind und Stürmen geschützt. Durch die Treibhausatmosphäre in den Gewächshäusern werden Größe und Reifung der Bananen zugunsten von mehr und schnellerem Ertrag beeinflusst. Ästhetische Kriterien spielen da für die Bauern keine Rolle.“  Das kann man natürlich auch verstehen.

 

Warum keine Plàtanos in Deutschland verkauft werden

Aber das hilft auch nicht mehr Plàtanos bei uns zu verkaufen. Von Friederike, unserer deutschen Yogalehrerin, die seit vielen Jahren auf La Palma lebt, erfahre ich, dass 72 % des kanarischen Bananenanbaus in Festland-Spanien verkauft wird. Dies ist aber auch nur möglich, weil durch gesetzliche Maßnahmen und Subventionspolitik die Plátanos konkurrenzfähig gemacht werden. Dieses ist ein Projekt des Spanischen Königs, weil er La Palma so liebt und darum den Bauern helfen möchte. Die Schattenseiten sind, dass viele Bauern Bananen anbauen und sie dann nicht ernten, weil sie die Subventionen bekommen und die reichen ihnen.

 

Bei Qualität und Geschmack kanarischer Bananen gibt es keine Konkurrenz.

Mit 22 % Fruchtzucker Anteil und einem besonderen Aroma, werden die Bananen aus der Karibik (17%) weit in den Schatten gestellt. Jeder der im Urlaub bereits die edlen gelben Früchte La Palmas getestet hat, kann dies sicher bestätigen.

Es scheinen aber in Deutschland bei den Lebensmitteln andere Qualitätsnormen zu herrschen. Der Geschmack und die Erzeugung scheinen hier keine große Rolle zu spielen. Billig muss das Lebensmittel sein. Hier werden auch Geschmackseinbußen und ewig lange Transportwege einfach in Kauf genommen. Die ökologischen Ansichtenlassen sich damit nicht vereinbaren.