Geheimtipp Cilento

Es gibt sie noch, die Geheimtipps auf dieser Erde!

Südöstlich der berühmten Amalfiküste erstreckt sich das wenig bekannte, ursprüngliche Cilento. Das Hinterland ist gebirgig und das ganze Jahr über grün. Es ist abgelegen und voll von ausgezeichneten Wandermöglichkeiten, während die Küste mit feinsandigen Stränden begeistert. Der Cilento ist seit den 1990 Jahren zweitgrößter Nationalpark und UNESCO-WELTKULTURERBE der Menschheit. Das Areal des Nationalparks Cilento und Vallo di Diano lag einst an einer der wichtigsten antiken Handelsrouten des Mittelmeerraums.

Der Nationalpark Cilento südlich von Salerno ist eine Bergregion mit weitgehend unberührten Mischforsten, immergrünen Wäldern, Buschregionen und Grasland. Dieser Lanstrich war schon in der Antike eine Schnittstelle zwischen griechischer, etruskischer und lukanischer Kultur.

Griechen, Römer, Sarazenen…

Süditalien-Liebhaber finden im Cilento wichtige und beeindruckende Kulturgüter vor: u.a. Hinweise auf frühzeitliche Besiedlungen (“Homo Camerotensis” ) vor 250.000 Jahren, die berühmten griechischen Tempel in Paestum, Überreste der antiken Griechenstadt Velia, wehrhafte Sarazenentürme entlang der Küste sowie Karthäuserkloster in Padula.

Kleine Bergdörfer thronen hoch oben, bewachen die Küsten und Ihre Bewohner haben ein anderes Zeitgefühl. Z.B. das kleine mittelalterliche Städtchen Castellabate. Es liegt auf einer 278 m  hohen Bergspitze über dem Meer mit viel “Belvedere”. der Ort entwickelte sich um das 1123 errichtete Kastell, das der Bevölkerung als Schutz vor Sarazenenüberfällen diente. Verwinkelte Gassen, Bogendurchgänge, labyrinthische Treppenwege führen durch das intakte “centro storico”. Nicht umsonst wurde Castellabate zum UNESCO-WELTKULTURERBE erklärt.

Essen und trinken – ein sehr wichtiges Kapitel im Cilento

Kaum einen andere Gegend Italiens ist von der Natur so großzügig bedacht worden wie Kampanien. Vor den Toren Neapels liegen die sorgfältig gepflegten Felder dunkler, satter Vulkanerde, auf denen das ganze Jahr über unzählige Sorten von Gemüse und Obst gedeihen.

Über allem aber steht die Tomate, Fleischtomaten, an der Amalfiküste die kleinen pomodori, die büschelweise an der Sonne getrocknet werden, vor allem aber die birnenförmige San Marzano, aus denen der Sugo oder die Pummarola, wie die Neapolitaner sagen, bereitet wird. Stundenlang muss der Tomatensud auf kleiner Flamme köcheln, damit er Säure und Wasser verliert, peppare nennt man das, wenn kleine Kraterbläschen, pep,pep,pep, die Feuchtigkeit ausspucken. Pummarola kommt auf Spaghetti und Maccharoni, Bucatini, Fusilli, Vermicelli, Scialatelli, Cavatelli und wie all die Pastasorten so heißen.

Man kocht auch Fisch in Pummarola, genauso wie Fleisch, und auf der Pizza darf der rote Saft auch nicht fehlen. Würzmittel sind: Oliven, Kapern, Oregano, Knoblauch. Peperoncino, und Basilikum.

Neben den Tomaten spielt natürlich die Pasta eine entscheidende Rolle. Hoch geschätzt ist dabei die Hartweizenpasta aus Gragnano, einem Städtchen über dem Golf von Neapel am beginn der Sorrentinischen Halbinsel.

Darüberhinaus bestimmt das Meer die Küstenküche mit Sardellen, Meerbarbe, Goldbrasse, Schwertfisch, Seezunge, Makrele, Tintenfisch und vor allem Miesmuscheln und den geliebten Venusmuscheln (vongole). Eine echte Delikatesse sind die Sardellen von Pisciotta (Cilento).

Gemüse wird in Öl eingelegt, gefüllt, gegrillt, mit Zitrone, Knoblauch und Peperoncino gewürzt. Aber auch die Pasta wird mit Gemüse angemacht.

Fleisch gibt es selten, wenn dann Zicklein, Lamm oder Büffelfleisch.

Ganz wichtig in Kampanien ist Süßes, und sogar Auberginen werden mit Schokoladensoße überzogen und als Dessert serviert. Wichtige Zutaten sind kandierte Früchte und vor allem Ricotta, der Frischkäse aus Kuh- oder Schafmilchmolke.

Darüber hinaus gibt es einige ausgezeichnete Käsesorten. Allen voran sicherlich der Mozzarelle aus Büffelmilch. Locker, saftig und sahnig, ein Gedicht und nicht zu vergleichen mit dem knautschigen Supermarktmozzarella. Die Ebene von Paestum ist das Herzland des Büffelmozzarella. Weitere frische Käsesorten sind der Scamorza, den man gern geräuchert oder gegrillt isst, und der hellgelbe Provolone, mit dem häufig Pizzataschen füllt. Und zu allem passt das köstlich-kräftige Landbrot.

Kampanien hat natürlich auch seine eigenen Weine, und das schon seit 3000 Jahren. Vollmundige Rotweine sind Taurasi und Falerno; den Letzteren gibt es rot aus der Primitivorebe, aber auch auch weiss aus der klassischen Falanghinatraube. Der Taurasi hingegen wird aus der berühmten süditalienischen Rotweintraube Aglianico gekeltert.