Bewegung ist die halbe Miete

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“Rücken” ist heute ein weit verbreitetes Problem. Oft geht es dann zum Physiotherapeuten mit der Hoffnung, der wird es schon richten. Eine Freundin erzählte mir nach dem Besuch beim Physiotherapeuten: sie sei verklebt. “Was ist denn da verklebt?”  fragte ich bei einer Expertin nach. Sie erklärte mir, dass das Bindegewebe, das die Experten mit Faszien beschreiben, verklebt sei. Die Faszien bilden eine weiße, fast durchsichtige Hülle, die um Muskeln und Organe liegt, und zwischen einzelnen Muskelfasern unter der Haut liegt.

“Faszien bestehen aus Kollagen, Wasser, Zucker und Eiweißen” erklärt mir die Expertin. Faszien bilden ein Netzwerk, welches sich durch den gesamten Körper zieht und ihm Struktur gibt. “Die Faszien sind ein reichhaltiges Sinnesorgan für die Körperwahrnehmung” sagt die Expertin. Wie kleine Antennen registrieren sie, wie sich der Körper gerade bewegt und reagieren auf jede Veränderung im Gewebe.

Warum der Rücken wehtut

Die Entdeckung der Faszien verändert gerade die Vorstellung von Medizinern zur Entstehung der Rückenschmerzen. Bisher konnten nur ca. 20 % der Rückenschmerzen auf eine eindeutige Ursache zurückgeführt werden. Die große Mehrzahl der Patienten leidet unter unspezifischen Rückenschmerzen. Da sind sich die Forscher einig, dass die Ursachen von unspezifischen Rückenschmerzen nicht im Bereich der Veränderungen der Wirbelsäule liegen.

Woher kommen als die Rückenschmerzen? Man hat herausgefunden, dass die meisten Menschen sich zu wenig bewegen und darin könnten die Ursachen liegen. Denn die meisten Menschen sitzen am Schreibtisch vor dem Computer, starren den ganzen Tag in den Bildschirm und schieben die Maus hin und her. Dabei sind die Schultern hochgezogen, die Muskeln wie in einem Schraubstock in der gleichen Stellung gespannt. Sie kontrahieren ständig minimal, um die Position halten zu können. Hinzu kommt, dass das Telefon ständig klingelt und die Spannung der Muskeln steigt weiter, wenn Abgabetermine drücken. Nun beginnen die Muskeln zu schmerzen. Die einfache Erklärung dafür ist: “Muskeln sind nicht für kleine wiederholte Bewegungen gemacht”, sagt Prof. Siegfried Mense von der medizinischen Fakultät Mannheim der Uni Heidelberg. Er forscht seit vielen Jahren zur Entstehung von Rückenschmerzen.

Muskeln wollen sich in alle Richtungen dehnen, strecken und zusammenziehen. Auch wenn es noch nicht bis ins Detail erwiesen ist, so geht man doch momentan davon aus, dass durch unzureichende Muskelaktivitäten die Faszien steif und unbeweglich werden. Mehr und mehr Fachleute halten es für eine Tatsache, dass die Faszien eine entscheidende Rolle spielen.

Verklebte Faszien

Normalerweise gleiten die verschiedenen Faszienschichten und die Muskeln schön aneinander vorbei. Ist man verklebt, gleitet nichts mehr. Entweder sind die Verklebungen leicht, dann werden sie durch regelmäßige Bewegung wieder abgebaut. Doch wenn die Faszien länger bewegungslos verharren, verkleben sie stärker mit der darunter liegenden Muskulatur oder den benachbarten Faszienhüllen.

Die meisten Menschen mit unspezifischen Rückenschmerzen profitieren von mehr Bewegung im Allgemeinen. Denn die Faszien sind plastisch und die Zellen können sich zusammenziehen und entspannen, nur viel langsamer als die Muskeln. Schon nach wenigen Wochen verändern sich die Faszien. Sie können mit den Muskeln oder dem Gewebe der Umgebung verkleben, aber genauso kann dieser Prozess durch Aktivität wieder rückgängig gemacht werden, solange die Verklebung nicht komplett ist.

 

Bewegung und Yoga

Nun ist nicht jeder unspezifische Rückenschmerz eigentlich ein Faszienschmerz. Aber dennoch ist die beste Therapie gegen Rückenschmerzen: Bewegung, Bewegung, Bewegung. Jedes Gelenk und jeder Muskel sollte einmal am Tag ordentlich durchbewegt werden. Um die Faszien zu stimulieren sind Übungen, die den gesamten Körper dehnen, vorteilhaft.

Und da wären wir wieder beim Yoga, denn Yoga bringt immer einen Vorteil. Yoga fördert die Beweglichkeit der Gelenke, trainiert die Muskeln und verbessert das Atemvolumen.

Doch ob man lieber schwimmt, oder sich beim Fitnessboxen verausgabt, oder sich beim Yoga auf der Matte dehnt, ist erst einmal egal. Die Hauptsache ist überhaupt, dass man sich bewegt.